AD ACTA
Dokumentarfilm, D 2001, 85min, DVCam
Buch und Regie: Antje Hubert und Olga Schell
Kamera: Henning Brümmer
Montage: Magdolna Rokob
Sprecherin: Meike Fuhrmeister und Inga Hansen
Musik: Lutz Rehfeld und Lars Jebsen
Tonmischung: Frank Knauer
Produktion: Peter Stockhaus
gefördert mit Mitteln
der Kulturellen Filmförderung Schleswig-Holstein und
der Kulturellen Filmförderung Mecklenburg-Vorpommern
ad acta: ein Begriff aus der Verwaltung - bearbeitet, abgeschlossen, abgelegt.
In der Bundesrepublik wurde die gesundheitspolitische Praxis der Zwangssterilisation und Patientenmorde, die im Nationalsozialismus im Dienst der Bevölkerungspolitik propagiert und durchgeführt wurde, offiziell ad acta gelegt.
Doch handelt es sich eher um ein Verwalten des Verdrängens - ein Ausgrenzen und Vergessenmachen der Ausgegrenzten.
Der Dokumentarfilm erzählt von Menschen, die im Nationalsozialismus vom Gesundheitssystem erfasst wurden und das lange Schweigen durchbrochen haben, von ihrem Kampf um Identität und der Rekonstruktion der eigenen Geschichte.
Im Keller stapeln sich Kartons mit "Beweismaterialien", in einer kleinen Werkstatt entstehen tausende handgefertigte Exemplare der eigenen Lebensgeschichte, die Schreibmaschine wurde gegen die Kunst eingetauscht, zwei Männer unterhalten sich über die Narben, die man immer noch sieht.
Je länger man den Personen zuhört, um so deutlicher wird, daß das, was sie ansprechen keineswegs Geschichte, sondern Teil der Gegenwart ist.